Die Anschlussfinanzierung

Wie geht’s weiter mit Ihrer Baufinanzierung

Wenn Sie für Ihr Eigenheim eine Baufinanzierung abgeschlossen haben, vereinbaren Sie mit dem Kreditgeber eine Zinsbindungsfrist. Beim Ablauf dieser Frist von 5, 10 oder 15 Jahren ist der Baukredit meistens noch nicht vollständig zurückbezahlt, da die Laufzeit in der Regel länger als die Zinsbindung ist. Wie lange die Laufzeit Ihrer Baufinanzierung ist, hängt von den vereinbarten Zinsen und der Tilgung in Ihrer monatlichen Kreditrate ab. Je höher die Tilgung, desto schneller ist das Darlehen abbezahlt. Und auch Sondertilgungen spielen hierbei eine Rolle. Daher gibt es keine Standard-Zinsbindung oder -Laufzeit.

Wenn Ihr Baukredit also nach der Zinsbindung noch nicht getilgt ist, müssen Sie mit Ihrer Bank für die Restschuld die Zinskonditionen neu verhandeln. In der Regel werden die Finanzinstitute drei Monate vor Ablauf der Zinsbindungsfrist aktiv und unterbreiten Ihnen ein neues Angebot zur Verlängerung Ihrer Baufinanzierung.

Unter Umständen kann Ihnen ein anderer Kreditgeber für die Anschlussfinanzierung ein besseres Angebot machen, daher ist der Vergleich auch zu diesem Zeitpunkt sehr wichtig. Bleiben Sie bei Ihrer Hausbank und verlängern das Darlehen, heißt das in der Fachsprache Prolongation. Wechseln Sie die Bank, findet eine Umschuldung Ihrer Baufinanzierung statt.

Vorgehen bei der Anschlussfinanzierung

Wie schon zu Beginn Ihrer Baufinanzierung ist hier eine genaue Prüfung Ihrer finanziellen Situation notwendig. So sollten Sie Ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben wie auch mögliche Veränderungen Ihrer Lebenssituation in Betracht ziehen. Diese können zum Beispiel sein:

  • Sie haben mehr/weniger Einnahmen durch einen Jobwechsel
  • Sie haben neben dem Darlehen zusätzlich Geld angespart
  • Sie haben einen zuteilungsreifen Bausparvertrag
  • Sie erwarten eine größere Summe aus Schenkung oder Erbschaft
  • Sie beziehen jetzt Krankengeld oder eine Rente
  • Sie haben mehr Ausgaben durch einen weiteren Kredit, z. B. für ein neues Auto etc.
  • Sie erwarten Nachwuchs oder haben diesen bereits bekommen

Daraus und aus der Restschuld ergibt sich dann Ihr weiterer Finanzierungsbedarf.

Vorteile der Anschlussfinanzierung

Theoretisch können Sie die Restschuld bei Ihrer alten Bank auch in einer Summe zurückzahlen, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Wenn Sie also gespart oder eine Schenkung bzw. Erbschaft erhalten haben, können Sie den Kredit nach Ablauf der Zinsbindung ohne zusätzliche Kosten vollständig tilgen. So ist auch die Umschuldung zu einem anderen Kreditgeber mit einem besseren Zinsangebot möglich.

Die aktuelle Prüfung Ihrer finanziellen Situation zeigt Ihnen genau, wie hoch die neue Kreditsumme ist, die Sie künftig benötigen. Sparguthaben und andere Einnahmen können die Summe reduzieren, sollten Sie diese noch nicht für Sondertilgungen der bisherigen Baufinanzierung oder für die Verringerung der Restschuld genutzt haben.

Bei einem neuen Vertrag mit Ihrer Hausbank oder einer Anschlussfinanzierung bei einem neuen Kreditgeber können Sie auch die monatliche Belastung an Ihre aktuelle oder künftige Finanzsituation anpassen. Mit einer höheren Rate ist der Kredit zwar schneller getilgt, sie kann für eine Veränderung Ihrer Lebensumstände aber eventuell zu hoch sein, falls sich beispielsweise Nachwuchs bei Ihnen angekündigt.

Ein weiterer Vorteil der Anschlussfinanzierung ist die neue Zinsbindungsfrist. Diese können Sie je nach Ihrer finanziellen Situation oder des aktuellen Zinsniveaus länger oder kürzer als bei Ihrer bisherigen Baufinanzierung wählen. Die derzeit günstigen Bauzinsen sprechen für eine längere Zinsbindung, ist aber von Ihrer persönlichen Situation abhängig. Grundsätzlich sollten Sie überlegen, wann Sie mit der Anschlussfinanzierung schuldenfrei sein möchten.

Anschlussfinanzierung für Bausparvertrag?

Wenn Sie Ihr Eigenheim über ein Bauspardarlehen bei einer Bausparkasse finanziert haben, steht die Finanzierung eigentlich fest und die Anschlussfinanzierung ist nicht wirklich ein Thema. Dennoch können Sie vor ihr profitieren: in Form einer Umschuldung!

Sind die Zinsen inzwischen gesunken und sind nun niedriger als bei Ihrem Bauspardarlehen, können Sie dieses ohne zusätzliche Kosten komplett tilgen. Beim aktuell niedrigen Zinsniveau könnte sich eine Umschuldung Ihres Bauspardarlehens durch einen Anschlusskredit bei einer Bank auszahlen.

Anschlussfinanzierung frühzeitig planen

Wie eingangs schon erwähnt, wird sich die Bank spätestens drei Monate vor Ablauf der Zinsbindung mit Ihnen wegen einer Verlängerung in Verbindung setzen. Zwar haben Sie zu diesem Zeitpunkt beim Prüfen verschiedener Anschlussfinanzierungen einen tagesaktuellen Zinsvergleich. Allerdings kann dieser schon wieder höher sein als zu einem früherer Zeitpunkt während Ihrer laufenden Baufinanzierung. Unsere BAUFINANZ Experten raten dazu, sich sechs bis zwölf Monate vor Ablauf der Zinsbindung schon Gedanken über die Anschlussfinanzierung zu machen und Angebote zu prüfen. In diesem Zeitraum fallen keine Bereitstellungszinsen der Banken für die Darlehen an.

Wenn Sie sich die niedrigen Zinsen langfristiger sichern möchten, können Sie dies mit einem Forward Darlehen. Bis zu 5 Jahre im Voraus ist das Festschreiben der aktuellen Zinsen so möglich. Die Banken verlangen dafür zwar einen Zins-Zuschlag, der aber bei einem Anstieg der Bauzinsen nur wenig ins Gewicht fällt. Dafür erhalten Sie bis zu 5 weitere Jahre Planungssicherheit. Weitere Informationen zum Forward Darlehen finden Sie hier.

Welche Anschlussfinanzierung für Sie in Frage kommt, sollten Sie am besten mit einem Finanzberater Ihres Vertrauens besprechen. Unsere BAUFINANZ Berater stehen Ihnen dafür gerne zur Verfügung.

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